Das bekannte Gesellschaftsspiel Tabu lässt sich auch gewinnbringend im Unterricht einsetzen. Das Spielprinzip verlangt, dass ein vorgegebener Begriff beschrieben wird, ohne dass aufgelistete Tabuworte verwendet werden. Auch Wortbestandteile des zu beschreibenden Begriffs dürfen nicht verwendet werden, ebensowenig andere Sprachen. Das Beschreiben eines mathematischen Begriffes unter Beachtung der Tabu- Regeln fordert und fördert die Kommunikationsfähigkeit. Die Schüler müssen sich einem mathematischen Fachbegriff in ihrer eigenen Sprache nähern und dies so tun, dass sie von den Mitschülern verstanden werden. Lässt man die Schüler die Tabukarten selbst in einer Hausaufgabe erstellen, so findet bereits hier eine Analyse der Fachbegriffe statt.
Ein Beispiel:
Die abgebildete Tabukarte verlangt, dass der mathematische
Fachbegriff Hauptnenner beschrieben wird, ohne dass die aufgelisteten Tabuwort
addieren, Bruch, gleichnamig, Zähler, gemeinsam verwendet werden.
Da das Wort Nenner als Bestandteil des zu beschreibenden Wortes ebenfalls
tabu ist, müssen die Schüler die Bestandteile einer Bruchzahl umschreiben
und auch die Operation des Suchens des Hauptnenners umschreiben.
Umsetzung im Unterricht:
Das Spielen von Tabu sollte am Ende einer
Unterrichtseinheit geschehen, wenn die Fachbegriffe schon mehrfach verwendet
wurden und die Schüler Zeit hatten, die Fachsprache ihrer eigenen
Sprache anzunähern. Es ist auch reizvoll Fachbegriffe aus früheren Einheiten
aufzunehmen. Sie können fertige Tabukarten einsetzen, die sie im Internet
gefunden haben, die Sie selbst erstellt haben oder früher einmal von Schülern
erstellen haben lassen. Sie können aber auch das Erstellen der Karten den
Schülern überlassen. Ich möchte eine von mir mehrfach erprobte Umsetzung
beschreiben, die Ihnen wenig Arbeit macht und gleichzeitig den Lerneffekt für die Schüler erhöht.
Ich bereite die leeren Spielkarten vor indem ich die Kopiervorlage in entsprechender
Anzahl kopiere und schneide. Ich teile die Klasse in zwei Gruppen
auf, die gegeneinander spielen und kläre die Spielregeln. Ich gebe an, zu
welchem Themengebiet die Begriffe gehören sollen, zum Beispiel Funktionen
oder Der Stoff der Klassen 5 und 6. In einer Vorrunde sollen nun
die Schüler Tabukarten erstellen, dies kann auch in einer Hausaufgabe geschehen.
Beim eigentlichen Spiel muss jede Gruppe jedoch nicht die eigenen
Karten verwenden, sondern die von den Gegnern erstellten Karten. Auch
dies erkläre ich den Schülern.
Bei der Durchführung des Spiels wählt jede Gruppe einen Spieler, der die
zu erratenden Begriffe erklärt. Die Gegenmanschaft stellt einen Kontrolleur,
der die Einhaltung der Spielregeln überprüft. Ich stoppe die Zeit, beispielsweise
pro Durchgang zwei Minuten. Nun versucht der Spieler seiner Mannschaft
den zu beschreibenden Begriff zu erklären. Gelingt dies, erhält sie
einen Punkt. Verwendet er ein Tabuwort und legt die Karte weg, weil ihm
der Begriff zu schwierig erscheint, erhält die Gegenpartei einen Punkt. Nach
dem ersten Durchgang kommt nun die andere Gruppe zum Zug. Gegebenfalls
werden weitere Runden gespielt. Gewonnen hat die Mannschaft mit den
meisten Punkten.
Mögliche Schwierigkeiten:
Wie oben schon angedeutet, eignen sich nur
Begriffe, die hinreichend lange im Unterricht verwendet wurden. Um das
Spiel wirklich spannend und sinnvoll spielen zu können, benötigt man pro
Gruppe mindestens 25 Karten, besser mehr. Wenn das Tabuspiel dauerhaft
genutzt werden soll, so müssen die Karten auf festeren Karton oder Karteikarten
geschrieben werden. Werden die Karten von Schülern handschriftlich
beschriftet, so sollten Sie die Lesbarkeit prüfen, bevor Sie sie zum Spiel zur
Verfügung stellt.